Aktuelles Interview mit Dr. Guido Haak

Im Gespräch über Elektromobilität mit dem Leiter Produktmanagement bei ŠKODA

extratouch: Herr Dr. Haak, viele Kunden blicken mit Sorge auf das Thema Elektromobilität. In ihren Köpfen schwingt dabei oft eine Vielzahl an Fragen mit: Wie lange reicht die Batterie? Wo kann ich sie aufladen? Wie lange wird der Ladevorgang dauern? Was können Sie den Kunden zur Beruhigung mit auf den Weg geben?

Dr. Guido Haak: Hohe Reichweite und schnelles Laden sind und bleiben ganz wesentliche Faktoren, die die Kaufentscheidung unserer Kunden beeinflussen. Hier profitiert ŠKODA ganz entscheidend vom Modularen Elektrifizierungsbaukasten, kurz MEB, des Volkswagen-Konzerns. Er ermöglicht deutlich höhere Reichweiten und deutlich kürzere Ladezeiten als die erste Generation von Elektrofahrzeugen. Für viele unserer Kunden werden Elektrofahrzeuge ab 2020 eine alltagstaugliche Alternative zu Verbrennungsmotoren darstellen.

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extratouch: Eine wichtige Rolle für den Erfolg der Elektromobilität spielt die Ladeinfrastruktur. Wie trägt ŠKODA zum Ausbau des Ladenetzes in Deutschland und Europa bei - und wo ist das Unternehmen auf Hilfe beispielsweise durch die Politik angewiesen?

Dr. Guido Haak: ŠKODA arbeitet bereits gemeinsam mit dem gesamten Volkswagen Konzern, anderen Automobilherstellern, Energieversorgern und weiteren Partnern am zügigen Ausbau der für ein schnelles Laden notwendigen Schnellladestationen. So beteiligen wir uns über den Volkswagen Konzern beispielsweise am Joint Venture IONITY, in dem mehrere europäische Automobilhersteller ihre Kräfte bündeln.

Zudem arbeiten wir auch aktiv an der Entwicklung einer einheitlichen und internationalen Bezahllösung, um das Laden für unsere Kunden noch einfacher zu machen.

Natürlich kämpfen wir hier mit den nach wie vor nicht einheitlichen Genehmigungs- und Fördermechanismen beim Bau solcher Infrastruktur. Hierfür verhandeln wir in einigen unserer stärksten Märkte direkt mit den Gesetzgebern. Für europäische Lösungen arbeiten wir in breiten Allianzen mit anderen Unternehmen der Automobilindustrie.

Dr. Guido Haak, Leiter Produktmanagement bei ŠKODA

extratouch: Wie wird sich das Fahren durch die Nutzung eines Elektrofahrzeuges künftig ändern?

Dr. Guido Haak: Zuerst einmal wird das Fahren komfortabler. Wer einmal elektrisch gefahren ist weiß, wie angenehm ein Elektroantrieb ist. Auch was die Dynamik angeht, steht ein Elektrofahrzeug dem konventionellen Fahrzeug in nichts nach, ganz im Gegenteil. Natürlich ist etwas mehr Planung notwendig, wenn größere Strecken zurückgelegt werden sollen - und man muss schon bewusster darauf achten, wie man mit der Energie im Fahrzeug haushält. Ansonsten verhält sich ein Elektrofahrzeug genauso wie ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor.

extratouch: Inwieweit wird ŠKODA neuen Fahrern beispielsweise mit digitalen Diensten beim Umsteigen auf ein Elektrofahrzeug helfend unter die Arme greifen?

Dr. Guido Haak: Für Elektrofahrzeuge ist eine gute Vernetzung unerlässlich. Natürlich werden unsere Kunden in der Lage sein, einfach und direkt verfügbare Ladestationen zu identifizieren und anzusteuern. Ebenso werden wir es ihnen ermöglichen, das Energiemanagement im Fahrzeug zu optimieren und auch die Vernetzung mit der Ladelösung im Haus, der sogenannten Wallbox, unkompliziert fernzusteuern.

extratouch: ŠKODA ist bekannt für ein gutes Preis-Wert-Verhältnis. Wird dies auch künftig so sein?

Dr. Guido Haak: Natürlich bleiben die ŠKODA Markenwerte auch im Zeitalter der Elektromobilität unverändert bestehen. Daher werden unsere neuen Elektromodelle für die Kunden preislich gut erreichbar sein. Natürlich ist mit den nach wie vor teuren Batterien eine gewisse Erhöhung im Anschaffungspreis verbunden; wir gehen aber davon aus, dass sich diese dank der geringeren Betriebskosten relativiert.

Die ŠKODA Wallbox

extratouch: Die Modelle von ŠKODA zeichnen sich durch ein hervorragendes Raumangebot und Ladevolumen aus. Wie wird sich das Design eines Elektrofahrzeugs künftig auf diese Attribute auswirken?

Dr. Guido Haak: Auch bei Elektrofahrzeugen optimieren wir den Nutzwert durch maximales Raumangebot. Prinzipiell haben Elektrofahrzeuge einen Vorteil, was die Innenraumlänge angeht. Zwar verliert man durch die Batterien etwas Höhe zwischen Fußraum und dem Dach - dies wird aber wettgemacht durch den Entfall des Motors in der Front, was ein besseres Verhältnis von Innen- zu Außenlänge ermöglicht. Wir werden das Raumangebot natürlich simply clever auch bei Elektrofahrzeugen maximieren.

extratouch: ŠKODA plant für das kommende Jahr ein SUV als erstes Modell auf Basis des MEB. Inwieweit wird sich dieses SUV von den Modellen KODIAQ, KAROQ und KAMIQ unterscheiden?

Dr. Guido Haak: Unser erstes MEB Modell wird sich bereits durch seine Formensprache deutlich von der bestehenden SUV-Palette der Marke abheben. Wie bereits gesagt, sind die Proportionen eines Elektrofahrzeugs deutlich anders als bei einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Darüber hinaus werden wir auch in Sachen Außen- und Innendesign neue Akzente setzen, die den innovativen Charakter der Elektromobilität unterstreichen.

extratouch: ŠKODA arbeitet zudem an einem vernetzten und ganzheitlichen Ökosystem, das den Kunden die E-Mobilität so einfach und bequem wie möglich macht. Was können sich unsere Leser darunter vorstellen?

Die ŠKODA VISION E gibt einen markenspezifischen Ausblick auf die individuelle Mobilität der Zukunft.

Dr. Guido Haak: Zu einem vernetzten und ganzheitlichen Ökosystem gehört neben dem Fahrzeug und der bereits angesprochenen Ladeinfrastruktur die Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln und Fortbewegungsmöglichkeiten - man spricht hier von der sogenannten multimodalen Mobilität. Wir arbeiten an diversen Pilotprojekten zur CO2-optimierten Mobilität gerade in Ballungsräumen, in denen neben Abgas der Platzbedarf des Fahrzeugs einen limitierenden Faktor darstellt. Da spielen Elektrofahrzeuge natürlich eine entscheidende Rolle.

Umgekehrt helfen vernetzte Mobilitätsangebote den Fahrern von Elektrofahrzeugen, auch all jene Nutzungsfälle abzudecken, für die Elektrofahrzeuge noch nicht so gut geeignet sind - etwa die Langstrecken-Urlaubsreise, die zwar nur einmal im Jahr unternommen wird, für die der Kunde aber dennoch eine Lösung braucht. Hier erarbeiten wir derzeit flexible Angebotspakete, die den Kunden eine sorglose Nutzung von Elektrofahrzeugen ermöglichen.

extratouch: Wie gefallen Ihnen der neue ŠKODA SUPERB iV und der CITIGOe iV?

Dr. Guido Haak: Die beiden Fahrzeuge gefallen mir hervorragend. Der neue elektrifizierte Antrieb macht die beiden bereits schönen Fahrzeuge noch interessanter und moderner. Ich freue mich darauf, auch im Alltag bald elektrisch ŠKODA zu fahren.

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