Top Story Lenkrad rechts, Fahrbahn links

Die einen fahren mit dem Lenkrad auf der linken, die anderen auf der rechten Fahrzeugseite. Warum eigentlich? Wir erklären Ihnen die verdrehte Welt.

Rund ein Drittel der Autofahrer weltweit fährt auf der linken Straßenseite. So zum Beispiel in Indien, Japan und bei unseren entfernten Nachbarn in Großbritannien. Der Großteil der restlichen Fahrzeuglenker begegnet dieser verdrehten Welt mit Unverständnis: Warum sollte man mit dem Lenkrad „auf der falschen Seite“ fahren wollen? Falls Sie sich auch schon diese Frage gestellt haben, finden Sie hier die Antwort.

Schon die alten Römer fuhren auf der linken Seite
Historiker richten den Blick zurück bis in die Zeit der alten Römer, die zu den Meistern im Bau von Steinstraßen und in der Organisation massiver Truppenmärsche zählten. Ihr ausgeklügeltes Straßennetz erstreckte sich über das gesamte römische Reich – von Nordafrika bis Großbritannien und von Portugal bis ins heutige Kuwait am Persischen Golf.

Selbstverständlich mussten auf diesen Straßen auch noch vor der Erfindung der ersten Verkehrszeichen und Ampeln klare Vorschriften gelten, die den Verkehr regelten.

Auf welcher Straßenseite die Römer fuhren, blieb allerdings bis vor kurzem ein viel diskutiertes Rätsel. Eine verlässliche Antwort lieferte schließlich die Archäologie: Bei Ausgrabungen in der Nähe eines alten Steinbruchs bei Swindon in England entdeckten die Forscher tiefe Spurrillen in einer römischen Steinstraße. Diese waren auf die Karren zurückzuführen, die schwer beladen den Steinbruch verließen – und zwar auf der linken Straßenseite.

Wer sich im Mittelalter keine Feinde machen oder versehentlich verletzt werden wollte, der ging ebenfalls vornehmlich auf der linken Seite. Hintergrund: Ritter, Reiche und Mächtige zogen ihr Schwert in der Regel mit der rechten Hand und trugen es deshalb auf der linken Seite. Diese Linksträger stiegen auch meistens von links auf ihr Pferd auf, da andersrum das Schwert im Weg gewesen wäre. Das Aufsatteln war natürlich am linken Wegesrand sicherer und nicht mitten auf der Straße.

Schweden fährt erst seit 1967 auf der rechten Seite
Im Laufe des 18. Jahrhunderts nahm die Fortbewegung über größere Distanzen Fahrt auf und damit auch die Tendenz, auf der rechten Seite zu fahren. Ein Grund waren die großflächig eingesetzten Kutschen mit vier oder mehr Pferden – sozusagen die ersten Schwerlasttransporte auf öffentlichen Straßen. Der Kutscher saß jedoch nicht auf dem Kutschbock, sondern manövrierte das Gespann vom letzten Pferd links aus. So konnte er die Zugtiere mit der Gerte in der Rechten auf Trab bringen. Weil er die gesamte Straße im Blick behalten und entgegenkommende Kutschen nicht versehentlich mit der Peitsche treffen wollte, fuhr er rechts.

Die Französische Revolution hatte ebenfalls massiven Einfluss auf das Fahren auf der rechten Seite: Maximilien de Robespierre terrorisierte die Menschen auch mit der Vorgabe, nicht mehr links, sondern nur rechts zu fahren. Napoleon übernahm die rechte Tour bei seiner Eroberung Europas. Nachdem sich der französische Feldherr zurückgezogen hatte, übernahmen zahlreiche Länder die neue Fahrtrichtung. Einige wechselten jedoch nach Abzug der Franzosen zurück zur alten Tradition. Das Ergebnis war ein großes Chaos: In Österreich zum Beispiel fuhr ein Großteil des Vielvölkerstaates wieder links, einige Regionen beharrten jedoch auf einer rechten Fahrweise. Eine einheitliche Regelung gab es erst ab 1938. In anderen Teilen Europas dauerte die Umstellung noch länger: So wechselte Schweden erst 1967 die Seite. Island zog ein Jahr später nach.

Schweden fährt erst seit 1967 auf der rechten Seite

Einen Rechtslenker können Sie zum Teil an der Fahrzeugfront erkennen
Die unterschiedlichen Fahrtrichtungen haben selbstverständlich auch Auswirkungen auf den Automobilbau. So müssen bei der Entwicklung eines neuen Autos zahlreiche Anpassungen berücksichtigt werden. Neben dem Lenkgetriebe selbst sind auch Änderungen an der Bremsanlage sowie den Kupplungs- und Gaspedalen erforderlich. Angeschlossene Komponenten wie Kabel und Hydraulikschläuche sind ebenfalls von den Modifikationen betroffen und haben auch Auswirkungen auf unterschiedliche Karosserieteile, die diese Bauteile führen oder fixieren.

In den modernen ŠKODA Werken stellt diese Problematik unterschiedlich angebrachter Teile und Einbaulagen heute keine Herausforderung mehr dar. Sowohl Rechtslenker als auch Linkslenker laufen auf den ŠKODA Produktionsstraßen über ein Band. Nur einige wenige Montagevorrichtungen sind aufgrund geometrischer Unterschiede speziell auf Rechtslenker ausgelegt.

Das Schaltschema beispielsweise ist unabhängig von der Lenkradposition immer gleich: Der erste Gang liegt oben links – und nicht etwa spiegelverkehrt. Bestimmte Bedienhebel dagegen wechseln die Seiten. Bei bestimmten Rechtslenkern werden die Scheibenwischer am linken Lenkstockhebel betätigt, die Blinker am rechten. Bei ŠKODA allerdings entfällt dieser Tausch: ŠKODA Fahrer blinken weltweit mit der linken Hand.

Moderne ŠKODA Technik für Rechtslenker und Linkslenker
Neben dem offensichtlich unterschiedlichen Interieur samt neuem Armaturenbrett-Layout und anders positionierten Lenkrädern ist bereits bei einigen Fahrzeugen an der Front ersichtlich, ob es sich bei dem Auto um einen Links- oder einen Rechtslenker handelt.

So sind zum die adaptiven Bi-Xenon-Scheinwerfer, die ŠKODA 2008 mit der zweiten SUPERB-Generation eingeführt hat, unterschiedlich ausgerichtet. Damit profitieren sowohl Links- als auch Rechtsfahrer von einer optimal ausgeleuchteten Straße und bester Sicht. Der Clou: Über den Bordcomputer kann der Lichtkegel umgestellt werden. Wer zum Beispiel mit dem Auto nach Großbritannien fährt, kann dort direkt auf Linksverkehr umstellen und genießt auch im Vereinigten Königreich beste Sicht, ohne den Gegenverkehr zu blenden.

Heute verfügen alle ŠKODA Modelle mit Bi-Xenon- oder LED-Scheinwerfern über diese praktische Funktion. So sind ŠKODA Fahrer bei jeder Fahrtrichtung sicher unterwegs.

Ein solch einfaches Umrüsten auf die „andere Straßenseite“ hilft vielleicht auch in Fernost. Denn unter reichen Japanern gilt es als schick, europäische Fahrzeuge als besonders „authentische“ Linkslenker zu fahren…

Moderne ŠKODA Technik für Rechtslenker und Linkslenker

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